ContiTech Kühner Oppenweiler– Erstes Opfer der Transformation?

Die IG Metall Waiblingen kritisiert den Schließungsbeschluss seitens des Vorstandes der Continental AG aufs Schärfste.
Am 27. Juni 2019 wurde der betriebliche Wirtschaftsausschuss der ContiTech Kühner GmbH informiert, dass der Vorstand die Schließung des Standortes entschieden hat. Der Wirtschaftsausschuss des Gesamtbetriebsrats wurde in einer kurzfristig einberufenen Telefonkonferenz lediglich mündlich über die Entscheidung informiert.
„Auch bei ContiTech Kühner gilt das Betriebsverfassungsgesetz.“, so Matthias Fuchs, Geschäftsführer der IG Metall in Waiblingen. „Der Arbeitgeber hat den Betriebsrat rechtzeitig und umfassend über Betriebsänderungen zu informieren. Die gewählte Vorgehensweise zeigt, dass bereits seit einiger Zeit an der Schließung des Werkes gearbeitet worden ist. Das ist eine skandalöse und respektlose Vorgehensweise.“
Völlig überrascht von der Entscheidung zeigt sich Jörg Schwarz, Betriebsratsvorsitzender der ConitTech Kühner. „Ja, wir haben Schwierigkeiten bei Fertigungsprozessen, das schlug sich auf das Ergebnis nieder. Ja, wir wissen, dass sich die Automobilindustrie in einem Umbruch befindet, und ja, natürlich ist es eine große Herausforderung, wenn ein wichtiger Kundenauftrag wegbricht. Aber gerade im Bereich der E-Mobilität haben für den Standort Chancen bestanden. In Elektrofahrzeugen braucht man mehr Klimaleitungen mit neuen Technologiekompetenzen, die wir in den letzten Jahren aufgebaut haben.“
Christian Friedrich, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Waiblingen ist sauer: „Seit 2007 bis Ende 2017 haben die Beschäftigten über Ergänzungstarifverträge dafür gesorgt, dass ContiTech Kühner in das Werk investieren konnte. Durch massive Beschäftigtenbeiträge wurde in moderne und produktive Fertigungsanlagen und in zukunftsfähige Produkte investiert. Die CO² Technologie ist die Technologie, die bei der E-Mobilität eine wichtige Rolle spielen wird. Heute die Entscheidung zur Schließung des Werkes zu treffen heißt, die Transformation der Zulieferindustrie gegen die Menschen zu gestalten. Dagegen werden wir uns wehren.”
Schwarz ergänzt: „Der Schließungsbeschluss betrifft 340 Beschäftigte. 340 Kolleginnen und Kollegen, mit Ehepartnern und Kindern, also viele, viele Menschen mehr, die von dieser Entscheidung betroffen sein werden. Von Sozialverträglichkeit zu sprechen ist zynisch.“
Fuchs erklärt: “Wir werden in den nächsten Wochen gemeinsam mit Experten der Automobil- und Zulieferindustrie an Alternativen zur Schließung des Standorts arbeiten. Die Transformation muss mit und für Menschen gemacht warden. Nicht gegen sie.”

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