3. Verhandlung Tarifrunde Metall-Elektroindustrie ohne Annäherung

  • Zitzelsberger: "Unzureichendes Angebot der Arbeitgeber. Jetzt geht's in die Warnstreiks!"
  • Verhandlungen werden am 8. November fortgesetzt

Böblingen. Die 3. Verhandlung in der Tarifrunde der baden-württembergischen Metall- und Elektroindustrie ist nach knapp drei Stunden ohne Annäherung zu Ende gegangen. Einem Angebot der Arbeitgeber von einer Inflationsprämie in Höhe von 3000 Euro auf 30 Monate erteilte die Verhandlungskommission der IG Metall eine Absage.

Roman Zitzelsberger, Verhandlungsführer und IG Metall-Bezirksleiter für Baden-Württemberg: "Wer angesichts der steigenden Inflation und der Abschlüsse in anderen Branchen mit so einem unzureichenden Angebot um die Ecke kommt, der provoziert den Konflikt und wirkt ihm nicht entgegen. Das Angebot ist mehr als ausbaufähig und wird der Leistung der Metallerinnen und Metaller bei weitem nicht gerecht. So ist die Tarifrunde nicht zu lösen. Jetzt geht's in die Warnstreik-Phase."

Eine tabellenwirksame Erhöhung der Entgelte habe in dieser Tarifrunde oberste Priorität.

Zitzelsberger macht deutlich: "Wir machen kein Geheimnis daraus, dass wir uns auf eine konfliktäre Auseinandersetzung vorbereiten. Wir denken auch verschiedene Szenarien und somit unterschiedliche Schärfegrade der Eskalation durch. Wenn die Arbeitgeber nicht schnell ein besseres Angebot auf den Tisch legen, ist eine Steigerung der Arbeitskampfmaßnahmen zu erwarten."

Die Friedenspflicht ist laut Schieds- und Schlichtungsabkommen dazu da, ohne Arbeitskampf zu einem Tarifergebnis zu kommen. Das ist nicht gelungen. Zitzelsberger: "Es ist offensichtlich, dass die Arbeitgeber nicht annähernd in der Lage gewesen sind, in der Friedenspflicht ein ernst zu nehmendes Angebot vorzulegen. Innerhalb von sechs Wochen gab es drei Verhandlungstermine und am Ende steht nicht mehr als Verwunderung und Enttäuschung."

Rund 66.000 Beschäftigte zeigen Flagge

Dass die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie hinter der Forderung der IG Metall nach 8 Prozent mehr Geld stehen, zeigen die letzten Wochen. Seit Mitte September haben sich insgesamt rund 66.000 Kolleginnen und Kollegen an Aktionen im Land beteiligt. Zu den fast 800 Aktionen in den Betrieben zählen unter anderem Foto- und Bekenneraktionen, Informationsrunden, bei denen oftmals Brezeln in der Form einer 8 verteilt wurden, Aktive Mittagspausen sowie Betriebsrundgänge.

Zitzelsberger zeigt sich begeistert: "Der Rückhalt der Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben ist enorm. Nun laufen die Vorbereitungen der Warnstreiks auf Hochtouren. Wir werden den Arbeitgebern zeigen, wozu wir in der Lage sind und wenn nötig auch noch eine Schippe drauflegen. Die Beschäftigten sind heiß darauf auf die Straße zu gehen."

Die IG Metall fordert für die rund eine Million Beschäftigten in der baden-württembergischen Metall- und Elektroindustrie 8 Prozent Entgelterhöhung auf 12 Monate. In der Nacht von Freitag auf Samstag endet die Friedenspflicht, ab 0 Uhr am 29. Oktober folgen dann die ersten Nachtschichten mit Warnstreiks.

Als nächster Verhandlungstermin wurde der 8. November 2022 vereinbart.

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