Tarifverträge schaffen Zukunft

Bekanntlich sind Tarifverträge Verträge, die von zwei Parteien unterzeichnet werden; einerseits von uns, der IG Metall und anderseits vom Arbeitgeberverband, Südwestmetall (SWM).

Die Arbeitgeberseite scheint das zu vergessen:

In jeder betrieblichen Verhandlung wird getönt: „Die Personalkosten sind zu hoch. Wir können uns den IG Metall-Tarif nicht leisten.“ In der Folge bekommen Betriebsräte und Belegschaften Powerpoint-Präsentationen zu sehen, die weiteren Personalabbau ankündigen.

SWM sagt dazu: „Die Betriebe handeln verantwortungsbewusst. Sie setzten alles daran, möglichst viele Beschäftigte an Bord zu halten.“ Allerdings müssten manche Unternehmen in der aktuellen Situation zunächst einmal überhaupt ihre Existenz sichern: „Das ist schlicht auch die Grundvoraussetzung, dass Beschäftigungssicherung langfristig in hohem Maße gelingen kann.“, so Thomas Class, Geschäftsführer der Südwestmetall Bezirksgruppe Ludwigsburg.

Existenzfragen der Beschäftigten wird man auf der SWM Homepage nicht finden. Wir hören sie jeden Tag!

Die IG Metall fordert für die Beschäftigten in der baden-württembergischen Metall- und Elektroindustrie ein Paket, das Beschäftigungssicherung, Zukunftsgestaltung und Stabilisierung der Einkommen gleichermaßen ermöglicht.

Damit soll die Corona-Krise bewältigt und die Transformation in den Betrieben gestaltet werden.

Und, wenn wir von Zukunftsgestaltung reden, dann meinen wir das ganzheitlich.

Dann denken wir an die Belegschaften UND die Unternehmen.

Dann widmen wir uns den Herausforderungen der Transformation, dann schauen wir auf technologische Veränderungen, auf Qualifikationen, Investitionen und auf Perspektiven, die Beschäftigten UND Firmen gleichermaßen Zukunft sichern. So verstehen wir Metaller Tarifpolitik und so verstehen wir Tarifverträge, die durchdacht und in Respekt verhandelt werden.

Die aktuelle Tonlage von Südwestmetall ist am einzelbetrieblichen und am tarifpolitischen Verhandlungstisch weder lösungsorientiert, noch respektvoll. Es wird einseitig gedacht und gehandelt. Zukunft, im Sinne von Beschäftigten UND Firmen braucht Weitblick, Qualität und den Mumm, sich Herausforderungen zu stellen. Aktuell versuchen die Arbeitgeber, mit Konzepten von gestern die Fragen von morgen zu lösen.

Mahatma Gandhi sagte mal: „Die Zukunft hängt davon ab, was wir heute tun.“

Die tarifliche Friedenspflicht ist vorbei: Mit betrieblichen Aktionen, Warnstreiks und digitalen Überraschungen werden wir heute für morgen streiten.

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