Online-Infoveranstaltung: Ein Land in Aufruhr - Die USA haben gewählt

Die USA befinden sich in Aufruhr. Ein tiefer Riss geht mitten durch die Gesellschaft – zwischen Schwarz und Weiß, Arm und Reich, Stadt und Land sowie der Ost- und der Westküste auf der einen und dem Heartland und den Südstaaten auf der anderen Seite. Dazu kommt, dass sich das Land auch international zunehmend isoliert hat.

 Für die deutsche Wirtschaft sind die USA ein wichtiger Absatzmarkt und Produktionsstandort. Niederlassungen deutscher Unternehmen beschäftigen dort rund 750.000 Menschen, nicht selten ohne Tarifvertrag, Mitbestimmung und unter Missachtung sozialpartnerschaftlicher Prinzipien. Viele Standorte befinden sich zudem in gewerkschaftsfeindlichen Regionen wie den Südstaaten, wo Union Busting durch Politik und Management an der Tagesordnung ist. Wie stehen diese Unternehmen zur zunehmenden Spaltung der US-Gesellschaft? Steuern sie aktiv dagegen, verhalten sie sich weitgehend neutral oder suchen sie insgeheim sogar den Schulterschluss mit den Brandstiftern?

 Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika gilt gemeinhin als der mächtigste Mann der Welt. Doch wer verleiht ihm eigentlich diese Macht – und vor allem warum? Die Veranstaltung geht der Frage nach, wie die Mehrheiten vom 3. November 2020 zustande gekommen sind und wem die Sympathien der Arbeitnehmer*innen und Gewerkschafter*innen galten. Welche Themen waren ihnen wichtig und was haben sie sich von ihrer Stimmabgabe versprochen? Und wie realistisch erscheint es, dass diese Erwartungen zumindest in Teilen auch eingelöst werden?

 Die große Mehrheit der Analyst*innen und Beobachter*innen ist sich einig: Einschneidende Veränderungen sind unabdingbar, wenn der politische, ökonomische und gesellschaftliche Zusammenhalt in den USA nicht völlig verloren gehen soll. Doch wie stehen die Chancen dafür und wie hoch sind die Risiken? Und wie wirkt sich vor diesem Hintergrund das System von „Checks and Balances“ und die ungeheure Macht der Wirtschaft aus, die die gesamte politische Landschaft des Landes weitgehend prägen?

 Referent: Carsten Hübner

 Carsten Hübner (51) lebt und arbeitet als freier Journalist in Berlin und beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit Gewerkschaften und internationaler Politik. Zuletzt war für viereinhalb Jahre als geschäftsführender Direktor des Transatlantic Labor Institute (TLI) tätig. Das TLI, ein Pilotprojekt, das von der IG Metall und der US-Autoarbeitergewerkschaft UAW angestoßen wurden, hatte seinen Sitz in Spring Hill im US-Bundesstaat Tennessee und war in der transnationalen gewerkschaftlichen Bildungsarbeit tätig. Von diesem Engagement ist er im September 2020 nach Deutschland zurückgekehrt.

Anmeldung zur Infoveranstaltung via Zoom an tina.schultheiss@igmetall.de

 

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